Wenn Ehrgeiz, Neid und Ego die Teilhabe gefährden
Inklusiver Fußball lebt von Haltung.
Nicht von Ergebnissen, nicht von Lautstärke und nicht von Titeln.
Trainer:innen tragen dabei eine besondere Verantwortung. Sie prägen die Atmosphäre, das Verhalten ihrer Spieler:innen – und oft auch den gesamten Charakter eines Turniers. In den allermeisten Fällen gelingt das hervorragend. Doch es gibt Ausnahmen. Und über diese zu sprechen ist wichtig – nicht, um sie anzugreifen, sondern um sie einzuordnen.
Worum es hier nicht geht
Dieser Artikel richtet sich nicht gegen engagierte Trainer:innen.
Er richtet sich nicht gegen ehrgeizige Menschen.
Und er richtet sich nicht gegen Wettbewerb an sich.
Ehrgeiz, Emotionen und der Wunsch, sein Team bestmöglich zu begleiten, gehören zum Fußball dazu – auch im inklusiven Kontext.
Problematisch wird es erst dann, wenn das eigene Ego wichtiger wird als die Teilhabe anderer.
Typische Formen unsportlichen Trainerverhaltens
In der Praxis zeigen sich problematische Verhaltensweisen meist nicht laut und offen, sondern subtil:
- Trainer:innen, die weniger ihr eigenes Team begleiten als permanent Organisation, Regeln oder andere Teams infrage stellen
- Personen, die hinter den Kulissen Stimmung machen, statt Konflikte offen und sachlich anzusprechen
- Trainer:innen, die versuchen, andere Trainer:innen auf ihre Seite zu ziehen, um sich selbst aufzuwerten
- Übersteigerter Ehrgeiz, der sich nicht auf das eigene Team richtet, sondern gegen andere
All das passiert nicht aus Verantwortung – sondern häufig aus Frust, Neid oder dem Wunsch nach Bedeutung.
Warum dieses Verhalten im inklusiven Fußball besonders fehl am Platz ist
Inklusion ist kein Wettbewerb um Aufmerksamkeit.
Sie ist ein gemeinsamer Raum, der Rücksicht, Vertrauen und Reife erfordert.
Wer diesen Raum nutzt, um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, verfehlt nicht nur den Gedanken der Inklusion – er entlarvt sich meist selbst.
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Denn während andere Trainer:innen:
- ihre Spieler:innen begleiten
- schwächere Kinder schützen
- Situationen deeskalieren
- Verantwortung übernehmen
verstricken sich manche in Nebenschauplätze.
Das Ergebnis ist selten Einfluss – sondern Bedeutungslosigkeit.
Die Auswirkungen tragen nie die Trainer:innen – sondern die Spieler:innen
Unsportliches Verhalten von Trainer:innen trifft am Ende immer die Falschen:
- Spieler:innen verlieren Sicherheit
- sensible Kinder ziehen sich zurück
- Teams verlieren Spielfreude
- die Atmosphäre kippt
Inklusionsfußball ist für viele Spieler:innen einer der wenigen Orte, an denen sie sich angenommen fühlen. Wird dieser Raum durch Machtspiele oder Ego-Verhalten gestört, hat das reale Konsequenzen – emotional und menschlich.
Haltung zeigen heißt nicht, laut zu werden
Gute Trainer:innen im inklusiven Fußball erkennt man nicht daran, wie viel sie reden – sondern wann sie schweigen.
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Sie:
- sprechen Dinge offen, ruhig und direkt an
- akzeptieren Entscheidungen, auch wenn sie nicht ideal sind
- konzentrieren sich auf ihr Team
- respektieren die Arbeit der Veranstalter:innen
- wissen, wann Zurückhaltung mehr Wirkung hat als Durchsetzung
Diese Haltung schafft Vertrauen – bei Spieler:innen, Eltern, Schiedsrichter:innen und anderen Teams.
Warum wir problematischem Verhalten bewusst keine Bühne geben
Unsportliches Trainerverhalten braucht keine große Aufmerksamkeit.
Es löst sich oft von selbst – durch Isolation, Ignoranz oder klare Haltung anderer.
Wer im inklusiven Fußball versucht, sich über andere zu stellen, zeigt vor allem eines: dass er den Raum nicht verstanden hat, in dem er sich bewegt.
Inklusion braucht keine Selbstdarstellung.
Sie braucht Menschen, die Verantwortung tragen können.
Unsere Haltung als Ibbenbürener Kickers
Wir sprechen solche Verhaltensweisen an – sachlich, ruhig und ohne Drama.
Nicht, um jemanden bloßzustellen.
Sondern um den Raum zu schützen, in dem Inklusion möglich ist.
Denn am Ende zählt nicht, wer am lautesten ist.
Sondern wer den Blick auf die Menschen richtet, um die es geht.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.