Wer zum ersten Mal ein inklusives Fußballangebot startet, steht selten vor einer klaren Ausgangslage. Oft kommen Menschen zusammen, die sich vorher nicht kannten und deren Voraussetzungen sehr unterschiedlich sind.
Es gibt keine fertige Mannschaft, keine Einteilung nach Alter oder Leistung und keinen festen Rahmen, an dem man sich orientieren kann.
Was es gibt, sind Menschen mit dem Wunsch, Fußball zu spielen. Genau hier beginnt Inklusionsfußball in der Praxis.
Es gibt keine typische inklusive Mannschaft
Zu Beginn stehen häufig wenige Menschen auf dem Platz, die sehr unterschiedlich sind.
- verschiedene Altersstufen
- unterschiedliche körperliche Voraussetzungen
- Menschen mit und ohne Einschränkung
- mit und ohne Hilfsmittel
- mit viel, wenig oder keiner Fußballerfahrung
Diese Vielfalt ist kein Sonderfall, sondern der Ausgangspunkt.
Warum Einteilungen nach Alter oder Leistung oft nicht funktionieren
Im klassischen Fußball wird sortiert.
Nach Alter.
Nach Leistung.
Nach Erfahrung.
Im Inklusionsfußball ist das zu Beginn meist nicht möglich. Und oft auch nicht sinnvoll.
Gerade am Anfang stehen häufig nur wenige Menschen auf dem Platz.
Sechs, acht oder zwölf Personen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Der Versuch, hier früh zu trennen, führt oft eher zu Ausschluss als zu Teilhabe.
Gemischte Gruppen sind kein Problem
Gemischte Gruppen werden oft als Herausforderung gesehen.
In der Praxis sind sie vor allem eines: realistisch.
Menschen lernen voneinander.
Sie passen sich an.
Sie nehmen Rücksicht.
Sie entwickeln ein Gespür füreinander.
Das gemeinsame Spiel entsteht nicht trotz der Unterschiede, sondern durch sie.
Mit dem arbeiten, was da ist
Inklusionsfußball bedeutet, mit den Menschen zu arbeiten, die kommen.
Nicht mit idealen Vorstellungen.
Nicht mit fertigen Konzepten.
Nicht mit perfekten Gruppen.
Training, Spielformen und Regeln werden an die Gruppe angepasst. Nicht umgekehrt.
Diese Offenheit braucht Mut. Und Vertrauen in den Prozess.
Unterschiedliche Voraussetzungen gehören dazu
In inklusiven Gruppen finden sich oft:
- Anfänger neben sehr erfahrenen Spielern
- Menschen mit Hilfsmitteln
- Kinder mit Begleitung
- Erwachsene, die lange nicht gespielt haben
Das Ziel ist nicht, alle gleich zu machen. Sondern Spielräume zu schaffen, in denen alle teilnehmen können.
Lernen findet auf beiden Seiten statt
Inklusionsfußball ist kein einseitiger Prozess. Nicht nur einzelne Spieler lernen dazu.
Auch Trainer, Mitspieler und Begleitpersonen lernen ständig neu:
- genauer hinzuschauen
- zuzuhören
- flexibel zu reagieren
Diese Lernprozesse sind Teil des Spiels.
Warum genau diese Mischung vielen Menschen gut tut
Viele Spielerinnen und Spieler erleben im Inklusionsfußball:
- Anerkennung
- Geduld
- echte Begegnung
Nicht, weil alles perfekt läuft. Sondern weil niemand ausgeschlossen wird, wenn etwas nicht sofort gelingt. Diese Erfahrung wirkt oft über das Spielfeld hinaus.
Inklusionsfußball entwickelt sich aus der Gruppe heraus
Ein inklusives Angebot ist kein fertiges Produkt.
Es wächst mit den Menschen, die daran teilnehmen.
Gruppen verändern sich.
Menschen kommen dazu.
Andere gehen.
Strukturen entstehen im Tun. Nicht auf dem Papier.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.