
Trainingsstrukturen im inklusiven Fußball folgen anderen Prinzipien als im klassischen Fußball. Wie diese Strukturen im Verein umgesetzt werden, zeigt dieser Leitfaden. Dieser Unterschied ist entscheidend für echte Teilhabe im Fußball. Diese Seite zeigt praxisnah, wie Training aufgebaut werden kann, wie Gruppen funktionieren und wie alle Spieler unabhängig von ihrem Können aktiv teilnehmen können.
Darum geht es
Viele Trainer fragen sich: 👉 Wie läuft ein inklusives Training konkret ab?
Unsere Erfahrung zeigt:
Es braucht keine komplizierten Konzepte.
Wichtig ist, dass alle Spieler aktiv teilnehmen können.
Was oft falsch gemacht wird
Training wird zu kompliziert geplant.
Zu viele Übungen werden vorbereitet.
Alle sollen das Gleiche machen.
Das führt schnell zu Überforderung.
Inklusives Training braucht keine Komplexität.
Sondern Klarheit und Anpassung.
„Ein Training ist erst dann gut, wenn wirklich alle beteiligt sind.“
– Marcel Grabow
Wie wir unser Training aufbauen
Unser Training folgt einer klaren, aber flexiblen Struktur.
👉 Das Ziel ist immer gleich: Alle Spieler sollen beteiligt sein und Spaß am Fußball haben.
Gemeinsamer Start für alle
Jedes Training beginnt gemeinsam.
Alle Spieler – unabhängig von Alter oder Leistungsstand – starten zusammen.
-
Das sorgt für:
- Gemeinschaft
- Orientierung
- einen einfachen Einstieg
Gerade für neue Spieler ist dieser Einstieg entscheidend.
Training in Gruppen
Nach dem gemeinsamen Start teilen wir die Spieler in Gruppen ein.
👉 Wichtig: Die Einteilung erfolgt nicht nach Alter, sondern nach Fähigkeiten.
So können unterschiedliche Voraussetzungen besser ausgeglichen werden.
So sieht das in der Praxis aus
Ein Spieler ist neu und unsicher am Ball.
Ein anderer spielt bereits sicher und schnell.
Beide starten gemeinsam.
Danach werden sie in unterschiedliche Gruppen eingeteilt.
Jeder bekommt passende Aufgaben.
Und beide bleiben Teil des Trainings.
Gruppe 1 – Einstieg und Grundlagen
-
Hier trainieren:
- Kinder
- Anfänger
- Spieler mit wenig Erfahrung
-
Inhalte sind zum Beispiel:
- Ball werfen und fangen
- Namen rufen und sich bewegen
- einfache Passformen
- erste Ballkontakte
-
Auch andere Spiele helfen:
- Handball
- Basketball
- einfache Bewegungsübungen
👉 Ziel: Bewegung, Sicherheit und erste Erfolgserlebnisse
Gruppe 2 – Aufbau und Spielverständnis
Hier trainieren Spieler, die schon etwas Erfahrung haben.
-
Typische Inhalte:
- Passspiel
- einfache Spielformen
- Rondo
Auch hier gilt: 👉 Übungen bleiben einfach und verständlich.
Das hilft besonders Spielern, die noch Orientierung im Spiel suchen.
Gruppe 3 – Fortgeschrittene Spieler
Hier spielen Spieler, die bereits sicher Fußball spielen können.
-
Inhalte:
- Passfolgen
- Doppelpass
- freies Spiel
- kleinere Spielformen
👉 Wichtig: Auch hier steht nicht Leistung im Vordergrund, sondern Entwicklung.
Gruppen sind nicht fest
Die Gruppen werden bei jedem Training neu eingeteilt.
-
Das bedeutet:
- jeder kann sich weiterentwickeln
- jeder kann sich ausprobieren
- niemand wird fest eingeordnet
👉 Das hält die Motivation hoch.
Gleichzeitig verhindert es, dass Spieler sich festgelegt oder überfordert fühlen.
Pausen und Anpassung
Regelmäßige Pausen sind wichtig.
Bei uns: 👉 alle ca. 15 Minuten
-
In dieser Zeit:
- erholen sich die Spieler
- Trainer passen Übungen an
- neue Ideen entstehen
Gemeinsames Spiel zum Abschluss
Am Ende spielen alle gemeinsam.
-
Zum Beispiel:
- 5 gegen 5
- 6 gegen 6
- oder gemischte Teams
-
👉 Wichtig:
- alle spielen
- alle sind beteiligt
- Teams werden bewusst gemischt
„Teilhabe heißt nicht, dabei zu sein – sondern wirklich mitzuspielen.“
– Inga Grabow
Was im Training besonders wichtig ist
-
Inklusives Training bedeutet:
- Übungen flexibel anpassen
- Inhalte vereinfachen
- auf Spieler reagieren
Nicht jeder versteht Übungen sofort.
👉 Das ist normal.
Unterschiedliche Reaktionen im Training gehören zum inklusiven Alltag.
Von den Spielern lernen
-
Spieler geben direkt Rückmeldung:
- wenn etwas zu schwer ist
- wenn etwas nicht verstanden wird
Das hilft Trainern, das Training anzupassen.
👉 Offenheit ist entscheidend.
Nur so kann Training auf die Spieler angepasst werden.
Gemeinschaft steht im Mittelpunkt
Ein zentrales Ziel ist: 👉 dass sich alle wohlfühlen
-
Deshalb:
- helfen sich Spieler gegenseitig
- niemand wird ausgelacht
- jeder wird unterstützt
Kurz zusammengefasst
- gemeinsamer Start für alle
- Einteilung nach Fähigkeiten
- einfache Übungen
- regelmäßige Pausen
- gemeinsames Spiel am Ende
- Gemeinschaft steht im Mittelpunkt
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.