
Raum geben, nicht bremsen
Inklusion bedeutet nicht nur, gemeinsam Fußball zu spielen.
Inklusion bedeutet, Menschen mit ihren Emotionen ernst zu nehmen.
Gerade im inklusiven Sport treffen unterschiedliche Lebensrealitäten aufeinander:
- Menschen mit hoher Sensibilität
- Spieler:innen mit Autismus oder ADHS
- Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam
- Menschen mit emotionalen Belastungen oder psychischen Erkrankungen
Emotionen sind hier keine Ausnahme, sondern Alltag.
Das ist die Grundlage, um inklusiven Fußball wirklich zu verstehen und richtig einzuordnen.
Was im Umgang mit Emotionen oft falsch gemacht wird
Emotionen werden gestoppt, statt verstanden.
Spieler:innen werden korrigiert, statt begleitet.
Überforderung wird als Fehlverhalten bewertet.
Trainer versuchen, Ruhe durch Druck herzustellen.
Oder sie ignorieren Situationen, bis sie eskalieren.
Beides führt dazu, dass Menschen sich zurückziehen oder ganz aufhören.
Inklusion bedeutet nicht, Emotionen zu vermeiden.
Sondern ihnen Raum zu geben – ohne dass Chaos entsteht.
Warum Emotionen im inklusiven Sport eine zentrale Rolle spielen
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Im Regelfußball werden Emotionen oft:
- kontrolliert
- sanktioniert
- weggedrückt
Im inklusiven Sport funktioniert das nicht.
„Emotionen sind Ausdruck von Teilhabe.“
– Marcel Grabow
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Hier gilt:
- Emotionen zeigen, dass Menschen sich trauen
- Emotionen sind oft der einzige Kommunikationskanal
Wer Emotionen unterdrückt, schließt Menschen aus.
Genau hier entscheidet sich, ob Teilhabe im Fußball wirklich gelingt oder nur gedacht wird.
Welche Emotionen häufig auftreten
Freude & Euphorie
- nach einem Tor
- nach einer gelungenen Aktion
- nach Anerkennung
Diese Freude ist oft intensiver als im Regelsport – und absolut ehrlich.
Frust & Enttäuschung
- wenn etwas nicht gelingt
- wenn Überforderung entsteht
- wenn Vergleiche gezogen werden
Frust ist kein Fehlverhalten.
Frust ist ein Signal.
Überforderung & Rückzug
- Reizüberflutung
- laute Hallen
- viele Anweisungen
- unklare Situationen
Manche Spieler:innen ziehen sich zurück, andere reagieren laut oder impulsiv.
Wie du dein inklusives Training darauf anpasst, ist ein zentraler Baustein im Inklusionsfußball.
Beides ist legitim.
So sieht das in der Praxis aus
Bei einem Turnier steht ein Spieler nach einem Gegentor plötzlich still auf dem Platz.
Er reagiert nicht mehr auf Ansprache und wirkt überfordert.
Wir lassen ihn kurz in Ruhe.
Ein Trainer geht ruhig zu ihm, spricht leise mit ihm und nimmt ihn aus der Situation.
Nach ein paar Minuten kommt er zurück.
Nicht perfekt. Aber wieder dabei.
Genau das ist Inklusion.
Autismus, ADHS & emotionale Besonderheiten
Autismus & Hochsensibilität
Gerade im Umgang mit Autismus braucht es ein klares Verständnis und passende Strukturen.
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Mögliche Herausforderungen:
- Reizüberflutung
- unklare Abläufe
- spontane Veränderungen
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Was hilft:
- feste Strukturen
- klare, ruhige Kommunikation
- feste Bezugspersonen
- Pausen ohne Rechtfertigung
Teilhabe heißt hier nicht „mitmachen müssen“, sondern dabei sein dürfen.
ADHS
Viele Kinder bringen ganz unterschiedliche Voraussetzungen mit in den Fußball.
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Mögliche Stärken:
- Energie
- Kreativität
- Spontanität
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Herausforderungen:
- Impulsivität
- Regelgrenzen
- emotionale Schwankungen
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Was hilft:
- kurze, klare Anweisungen
- Bewegung statt ständiger Korrektur
- positives Verstärken
- Lob für Selbstregulation
Die Rolle der Trainer:innen
Trainer:innen im inklusiven Sport sind keine Emotionskontrolleure.
Welche Haltung dabei entscheidend ist, zeigt dir die Arbeit im inklusiven Verein.
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Sie sind:
- Übersetzer:innen
- Begleiter:innen
- Schutzpersonen
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Wichtig ist:
- Emotionen benennen, nicht bewerten
- Situationen entschärfen, nicht eskalieren
- Pausen erlauben, ohne Druck
- Grenzen setzen, ohne zu beschämen
„Ein ruhiger Trainer wirkt stärker als jede Taktik.“
– Inga Grabow
Wenn Emotionen eskalieren
Nicht jede Situation lässt sich vermeiden.
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Dann gilt:
- Ruhe bewahren
- Spieltempo rausnehmen
- Einzelgespräche statt Bloßstellung
- Sicherheit für alle herstellen
Eskalation ist kein Scheitern – sondern ein Moment, der Führung braucht.
Wie du mit solchen Situationen konkret umgehst, ist Teil guter Konfliktarbeit im Training.
Unsere Haltung bei den Ibbenbürener Kickers
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Wir glauben:
- Emotionen gehören dazu
- Emotionen sind kein Makel
- Emotionen machen Gemeinschaft erst echt
Warum genau diese Erfahrungen Menschen langfristig im inklusiven Fußball halten, wird hier deutlich.
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Deshalb schaffen wir Räume:
- in denen geweint werden darf
- in denen gelacht wird
- in denen Frust sein darf
- in denen niemand „funktionieren“ muss
So entsteht Vertrauen.
Und Vertrauen ist die Grundlage jeder Inklusion.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.