Manche Spieler stehen im Spiel und wissen nicht, was sie tun sollen oder trauen sich nicht. Diese Seite zeigt, warum das passiert und wie Teilhabe im Fußball trotzdem gelingen kann.
Darum geht es
Im inklusiven Fußball gibt es eine Situation, die viele kennen:
Spieler stehen auf dem Platz –
aber bewegen sich kaum.
Sie greifen nicht ins Spiel ein.
Das wirkt von außen oft so, als hätten sie kein Interesse.
Unsere Erfahrung zeigt: Das stimmt fast nie.
Warum Spieler nicht ins Spiel kommen
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Die Gründe sind unterschiedlich:
- sie trauen sich nicht, aktiv zu werden
- andere Spieler sind körperlich überlegen oder sehr dominant
- sie wissen nicht genau, was sie tun sollen
- sie kennen die Regeln noch nicht
- sie haben Angst, etwas falsch zu machen
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Das betrifft:
- Kinder
- Jugendliche
- Erwachsene
- Menschen mit stärkeren Einschränkungen
Viele wollen mitmachen – aber finden keinen Zugang zum Spiel.
Typische Lösungen – und ihre Grenzen
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Häufig wird versucht, das Problem so zu lösen:
- Trainer gehen mit auf das Feld
- Eltern greifen ein
- das Spiel wird stark vereinfacht
Das hilft kurzfristig.
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Aber:
- Spieler bleiben abhängig
- echte Teilhabe entsteht nicht
- das Spiel verliert an Dynamik
Unser Ansatz: Teilhabe durch Mitspieler
Unsere Erfahrung bei den Ibbenbürener Kickers zeigt:
👉 Teilhabe entsteht im Spiel – durch Mitspieler.
Nicht durch zusätzliche Erwachsene auf dem Feld.
Wie wir das konkret lösen
Wir nutzen ein einfaches Prinzip:
Spieler unterstützen andere Spieler direkt im Spiel.
Das passiert nicht zufällig – sondern bewusst und gemeinsam.
Die Rolle der Tandemspieler
Jeder Spieler kann diese Rolle übernehmen.
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Ein Tandemspieler:
- spricht andere Spieler aktiv an
- gibt Orientierung im Spiel
- zeigt einfache nächste Schritte
- nimmt andere mit ins Spiel
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Zum Beispiel:
- „Komm mit, wir gehen nach vorne“
- „Bleib bei mir“
- „Jetzt gehen wir zusammen zum Ball“
Das sind kleine Impulse – aber sie verändern das Spiel.
Warum das funktioniert
Spieler lernen im Spiel – nicht von außen.
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Durch Tandemspieler entsteht:
- direkte Beteiligung
- echte Spielsituationen
- Entwicklung ohne Druck
Spieler werden nicht „mitgenommen“ – sie werden Teil des Spiels.
Gemeinschaft statt Aufteilung
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Eine mögliche Lösung wäre:
- starke Spieler gegen starke
- schwächere Spieler unter sich
Das würde viele Situationen vereinfachen.
Aber:
👉 Genau das wollen wir nicht.
Unsere Stärke ist die Gemeinschaft.
Alle spielen zusammen – und übernehmen Verantwortung füreinander.
Unterschied zum Helferspieler
Der Ansatz unterscheidet sich klar vom Helferspieler.
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Helferspieler:
- sind der verlängerte Arm der Trainer
- helfen, Struktur im Training zu sichern
- unterstützen bei Abläufen und Organisation
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Tandemspieler:
- unterstützen Mitspieler direkt im Spiel
- helfen bei konkreten Spielsituationen
- sorgen dafür, dass andere aktiv beteiligt werden
👉 Der entscheidende Unterschied:
Helferspieler schaffen Struktur.
Tandemspieler ermöglichen Teilhabe.
Wie wir das im Team umsetzen
- die Rolle wird im Team angesprochen
- Spieler übernehmen Verantwortung
- die Aufgaben wechseln regelmäßig
Viele Spieler machen das von sich aus.
Andere lernen es mit der Zeit.
Die Gruppe entwickelt ein gemeinsames Verständnis.
Was sich dadurch verändert
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nsere Erfahrung:
- Spieler sind aktiver
- sie trauen sich mehr
- sie werden schneller Teil des Spiels
- die Gemeinschaft wird stärker
Häufige Fragen zur Teilhabe im Fußball
Warum bleiben Spieler im Fußball stehen?
Oft fehlt Orientierung, Sicherheit oder das Verständnis für Spielsituationen. Viele Spieler wollen mitmachen, wissen aber nicht, was sie konkret tun sollen.
Haben diese Spieler kein Interesse am Fußball?
Nein. In den meisten Fällen möchten sie teilnehmen, finden aber keinen Zugang zum Spiel.
Was hilft, damit Spieler aktiver werden?
Direkte Unterstützung durch Mitspieler im Spiel. Kleine Hinweise und gemeinsame Aktionen helfen, ins Spiel zu finden.
Warum sollten Trainer nicht selbst ins Spiel eingreifen?
Das hilft kurzfristig, verhindert aber langfristig eigenständige Teilhabe im Spiel.
Was ist ein Tandemspieler im Fußball?
Ein Mitspieler, der andere aktiv im Spiel unterstützt, Orientierung gibt und sie in Spielsituationen einbindet.
Was ist der Unterschied zum Helferspieler?
Helferspieler unterstützen die Struktur im Training. Tandemspieler sorgen direkt im Spiel für Teilhabe.
Kurz erklärt
- Spieler stehen oft aus Unsicherheit oder Überforderung
- fehlende Orientierung ist ein Hauptgrund
- Mitspieler können direkt im Spiel helfen
- kleine Impulse reichen oft aus
- Teilhabe entsteht durch Gemeinschaft, nicht durch Eingriffe von außen
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.
Einordnung in die inklusive Vereinsarbeit
- Wie ein erster Trainingstag im inklusiven Fußball konkret abläuft
- Wie inklusives Training im Verein sinnvoll aufgebaut wird
- Wie Überforderung im Training erkannt und vermieden werden kann
- Welche Rolle Helferspieler im inklusiven Fußball übernehmen
- Wie der Einstieg für Kinder mit Behinderung im Fußball grundsätzlich gelingt
- Was bei Autismus im Fußball besonders wichtig ist
- Warum inklusives Training anders funktioniert als klassisches Training