Organisation, Sicherheit und Haltung als Grundlage
Inklusive Turniere sind mehr als sportliche Begegnungen.
Sie sind komplexe Veranstaltungen, bei denen viele Menschen mit sehr unterschiedlichen Bedürfnissen zusammenkommen.
Damit Teilhabe gelingt, braucht es vor allem eines: klare Verantwortung.
Warum Turnierverantwortung mehr ist als Spielplanung
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Ein inklusives Turnier bedeutet:
- mehrere Altersgruppen
- unterschiedliche körperliche, geistige und emotionale Voraussetzungen
- Zuschauer:innen, Familien, Betreuer:innen
- Spielbetrieb, Verpflegung, Organisation, Sicherheit
Der Veranstalter trägt die Gesamtverantwortung dafür, dass all diese Elemente reibungslos, sicher und respektvoll zusammenwirken.
Das ist keine leichte Aufgabe – und sie verdient Anerkennung.
Gestaltungsfreiheit des Veranstalters
Jedes inklusive Turnier ist anders.
Und das ist gut so.
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Turniere unterscheiden sich zum Beispiel in:
- Anzahl der teilnehmenden Teams
- Alters- oder Zielgruppen
- Dauer und Ablauf
- Rahmenprogramm
- finanziellen und personellen Möglichkeiten
Manche Turniere setzen auf ein erweitertes Begleitprogramm, andere konzentrieren sich bewusst auf den sportlichen Kern.
Beides ist legitim.
Der Veranstalter entscheidet, wie ein Turnier gestaltet wird – abhängig von Ressourcen, Konzept und Zielsetzung.
Hausrecht und organisatorische Verantwortung
Mit der Ausrichtung eines Turniers geht automatisch Verantwortung einher:
- für den sicheren Ablauf
- für klare Strukturen
- für das Miteinander aller Beteiligten
Der Veranstalter trägt das Hausrecht und sorgt dafür, dass der Fokus auf dem bleibt, worum es geht:
Teilhabe, Begegnung und ein respektvolles Miteinander.
Rolle von Gästen, Teams und Begleitpersonen
Alle teilnehmenden Teams, Trainer:innen, Eltern und Betreuer:innen sind Gäste einer Veranstaltung.
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Das bedeutet:
- Respekt gegenüber dem Ablauf
- Akzeptanz unterschiedlicher Konzepte
- Verständnis dafür, dass nicht alles individuell angepasst werden kann
Konstruktives Feedback ist wichtig – aber es gehört in den passenden Rahmen, nicht in den laufenden Turnierbetrieb.
Sorgsamer Umgang mit Infrastruktur
Inklusive Turniere finden häufig in Sporthallen statt, die von vielen Gruppen genutzt werden.
Dazu gehören auch Umkleiden, Sanitärbereiche und Gemeinschaftsflächen.
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Zur Verantwortung von Gästen gehört deshalb auch:
- Umkleidekabinen sauber und aufgeräumt zu hinterlassen
- Müll zu entsorgen
- mit bereitgestellter Infrastruktur respektvoll umzugehen
Diese Selbstverständlichkeiten entlasten Veranstalter, Hallenbetreiber und Ehrenamtliche – und tragen dazu bei, dass inklusive Turniere langfristig willkommen bleiben.
Öffentlichkeitsarbeit als Teil von Inklusion
Fotos und Videos sind ein wichtiger Bestandteil inklusiver Arbeit.
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Sie:
- machen Inklusion sichtbar
- helfen, Akzeptanz zu schaffen
- ermöglichen Reichweite und Unterstützung
- fördern langfristig neue Angebote
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Dabei gilt selbstverständlich:
- Kinderschutz
- Datenschutz
- respektvoller Umgang mit Bildmaterial
Öffentlichkeitsarbeit dient nicht der Selbstdarstellung, sondern der Stärkung inklusiver Strukturen.
Unsere Haltung
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Wir sind überzeugt:
- Teilhabe entsteht durch Struktur
- Sicherheit entsteht durch Verantwortung
- Vielfalt braucht klare Rahmenbedingungen
- Respekt ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Entscheidung
Abschluss: Inklusion als gemeinsames Erlebnis
Inklusive Turniere gelingen dort am besten, wo alle Beteiligten ihre Rolle kennen, respektieren – und mit Leben füllen.
Denn ein inklusives Turnier ist kein Pflichttermin und kein Produkt, das allen Erwartungen gleichzeitig entsprechen muss.
Es ist ein Angebot:
für Begegnung statt Vergleich,
für Bewegung statt Bewertung,
für Gemeinschaft statt Abgrenzung.
Wer ein Turnier organisiert, schafft einen Rahmen – mit viel Herzblut, Planung und Verantwortung.
Wer daran teilnimmt, gestaltet diesen Rahmen mit.
Wenn beides zusammenkommt, entstehen keine gewöhnlichen Spieltage, sondern Fußballfeste für alle.
So wird Inklusion nicht erklärt,
sondern erlebt.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.