Warum Haltung wichtiger ist als Regeln
Fairplay ist im inklusiven Fußball kein Zusatz, kein Banner am Spielfeldrand und kein Punkt in der Turnierordnung.
Fairplay ist die Grundlage, auf der Teilhabe überhaupt erst möglich wird.
Wo Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam Fußball spielen, reicht es nicht, Regeln zu kennen.
Es braucht Haltung, Aufmerksamkeit und Verantwortung.
Fairplay beginnt nicht beim Schiedsrichter
Ein häufiger Irrtum ist:
„Der Schiedsrichter wird das schon regeln.“
Im inklusiven Fußball ist das zu kurz gedacht.
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Denn viele Situationen:
- sind nicht regelwidrig
- aber trotzdem unfair
- oder gefährlich
- oder entwürdigend
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Fairplay beginnt daher:
- bei Trainer:innen
- bei Betreuer:innen
- bei Helferspieler:innen
- bei allen, die Verantwortung tragen
Regeln schaffen Ordnung – Haltung schafft Sicherheit
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Regeln sind wichtig:
- Spielfeldgrößen
- Spieleranzahl
- Einsatzzeiten
- Helferspieler-Regelungen
Aber Regeln können nicht alles abdecken.
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Beispiele aus der Praxis:
- Ein körperlich überlegener Spieler setzt sich immer durch
- Ein Team spielt weiter auf hohen Sieg
- Ein schwächerer Spieler wird ignoriert
- Emotionale Überforderung eskaliert
Hier entscheidet Haltung, nicht Paragraphen.
Fairplay bedeutet: Stärke bewusst zurücknehmen
Im inklusiven Fußball ist Zurückhaltung keine Schwäche.
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Im Gegenteil:
- Starke Spieler:innen übernehmen Verantwortung
- Sie öffnen Räume für andere
- Sie ermöglichen Erfolgserlebnisse
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Das ist echtes Fairplay:
- mitdenken
- mitfühlen
- mittragen
Nicht jede Torchance muss genutzt werden.
Nicht jeder Zweikampf muss gewonnen werden.
Die Rolle der Helferspieler im Fairplay
Helferspieler:innen haben eine besondere Verantwortung.
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Ihre Aufgabe ist nicht:
- Spiele zu entscheiden
- Ergebnisse zu sichern
- Dominanz zu zeigen
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Ihre Aufgabe ist:
- Spiel zu ordnen
- schwächere Spieler:innen einzubinden
- Orientierung zu geben
- Sicherheit zu schaffen
Fairplay scheitert, wenn Helferspieler:innen zu Leistungsträgern ohne Rücksicht werden.
Fairplay heißt auch: Eingreifen, wenn es nötig ist
Inklusiver Fußball ist kein rechtsfreier Raum.
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Fairplay bedeutet auch:
- Grenzen setzen
- Spiele anpassen
- Gespräche führen
- notfalls unterbrechen
Nicht aus Strenge, sondern aus Verantwortung für alle Beteiligten.
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Ein Eingreifen schützt:
- überforderte Spieler:innen
- emotionale Stabilität
- die Würde des Spiels
Fairplay schützt die Idee der Inklusion
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Wo Fairplay fehlt:
- verlieren schwächere Spieler:innen ihre Bühne
- ziehen sich Familien zurück
- kippt die Stimmung
- entsteht Frust
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Wo Fairplay gelebt wird:
- entsteht Vertrauen
- wachsen Gemeinschaften
- bleiben Menschen langfristig dabei
Fairplay ist der Grund, warum inklusiver Fußball funktionieren kann.
Fazit
Fairplay im inklusiven Fußball ist mehr als Regelkonformität.
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Es ist:
- Haltung
- Verantwortung
- bewusste Entscheidung für Teilhabe
Wer inklusiven Fußball ernst meint, muss bereit sein, nicht alles auszureizen,
sondern Platz zu lassen – für andere.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir, die Ibbenbürener Kickers, teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.