Schlüsselrolle zwischen Unterstützung, Verantwortung und Fairness
Was sind Helferspieler?
Helferspieler:innen sind Spieler:innen ohne Handicap, die im inklusiven Fußball bewusst eingesetzt werden, um Teilhabe zu ermöglichen – nicht, um Spiele zu dominieren.
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Ihre Aufgabe ist es,
- Struktur ins Spiel zu bringen
- schwächere Mitspieler:innen aktiv einzubinden
- Orientierung auf dem Feld zu geben
- Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen
Helferspieler sind keine klassischen Leistungsträger, sondern Ermöglicher von Teilhabe.
Sie helfen, damit inklusiver Fußball sich für alle wie Fußball anfühlt – nicht wie ein chaotisches Durcheinander und nicht wie ein verdecktes Leistungsspiel.
Warum Helferspieler im inklusiven Fußball wichtig sind
In der Praxis zeigt sich schnell:
Ohne geeignete Helferspieler entstehen Situationen, die Teilhabe verhindern:
- Spieler:innen stehen orientierungslos auf dem Feld
- der Ball bleibt bei wenigen Personen
- schwächere Spieler:innen ziehen sich zurück
- Frust, Unsicherheit oder Überforderung nehmen zu
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Helferspieler sorgen dafür, dass:
- der Ball zirkuliert
- alle eingebunden werden
- Spielfluss entsteht
- Erfolgsmomente möglich werden
Kurz gesagt:
Helferspieler machen aus Vielfalt ein gemeinsames Spiel.
Die besondere Verantwortung von Helferspieler:innen
Ein guter Helferspieler erkennt, dass seine Stärke Verantwortung bedeutet.
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Er oder sie:
- spielt nicht egoistisch
- sucht nicht zwingend den Abschluss
- erkennt, wer Unterstützung braucht
- passt Tempo und Intensität bewusst an
- ermöglicht Tore, statt sie zu verhindern
Das erfordert mehr als fußballerisches Können.
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Es braucht:
- soziale Kompetenz
- Spielintelligenz
- Empathie
- die Fähigkeit, sich zurückzunehmen
Im inklusiven Fußball ist Zurückhaltung kein Verzicht – sie ist aktive Gestaltung von Teilhabe.
Wo Probleme mit Helferspielern entstehen können
Schwierigkeiten entstehen dann, wenn Helferspieler ihre Rolle missverstehen oder falsch eingesetzt werden.
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Typische Problemfelder:
- Helferspieler sind zu stark
- sie spielen noch leistungsorientiert im Regelfußball
- sie entscheiden Spiele allein
- schwächere Spieler:innen bleiben Statisten
In diesen Momenten verschiebt sich der Fokus:
von Teilhabe → zu Ergebnissen
von Gemeinschaft → zu Dominanz
Unsere klare Haltung lautet daher:
Helferspieler ja –
aber nicht als verdeckte Leistungsspieler.
Unsere Praxis bei den Ibbenbürener Kickers
Aus jahrelanger Erfahrung haben wir klare Leitlinien entwickelt:
- maximal zwei Helferspieler gleichzeitig auf dem Feld
- klare Traineransprache vor jedem Spiel
- Helferspieler trainieren regelmäßig mit der Mannschaft
- Zurücknehmen ist Teil unserer DNA
- Helferspieler sind Vorbilder, keine Stars
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So entstehen Spiele, in denen:
- alle sichtbar werden
- niemand übergangen wird
- Freude wichtiger ist als Ergebnis
- Fairness selbstverständlich ist
In dieser Rolle wachsen viele Helferspieler selbst über sich hinaus – weil sie lernen, Verantwortung zu übernehmen statt Anerkennung einzusammeln.
Fazit
Helferspieler sind ein zentraler Baustein gelingender Inklusion im Fußball.
Richtig eingesetzt, schaffen sie Sicherheit, Struktur und echte Teilhabe.
Falsch eingesetzt, können sie Inklusion ungewollt aushebeln.
Deshalb gilt:
Helferspieler brauchen klare Rollen, klare Haltung und klare Grenzen.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.