Warum Resilienz für Kinder und Jugendliche entscheidend ist
Wie junge Menschen innere Stärke entwickeln – ohne Leistungsdruck
Kinder und Jugendliche kommen nicht als „leere Gefäße“ in den Sport.
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Sie bringen mit:
- eigene Erfahrungen
- Ängste und Unsicherheiten
- Frustrationstoleranz auf sehr unterschiedlichem Niveau
- soziale Prägungen aus Schule, Familie und Umfeld
Im inklusiven Fußball treffen diese Unterschiede unmittelbar aufeinander.
Resilienz entscheidet darüber, ob junge Menschen daran wachsen – oder sich zurückziehen.
Besondere Herausforderungen im inklusiven Kontext
Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap erleben im inklusiven Fußball häufig:
- Überforderung durch Reize (Lärm, Nähe, Dynamik)
- Frust, wenn Dinge nicht gelingen
- Scham bei Fehlern vor anderen
- Vergleich mit stärkeren Mitspieler:innen
- emotionale Überreaktionen bei Niederlagen oder Kritik
Diese Reaktionen sind normal – sie brauchen Einordnung, nicht Bewertung.
Resilienz bedeutet nicht „hart werden“
Ein häufiger Irrtum:
Resilienz heißt, „sich zusammenzureißen“.
In Wahrheit bedeutet Resilienz bei Kindern und Jugendlichen:
- Gefühle wahrnehmen dürfen
- Rückzug als Option haben
- Unterstützung annehmen können
- lernen, dass Fehler dazugehören
- erleben, dass sie angenommen sind – unabhängig von Leistung
Ein Kind, das sich traut zu weinen, ist nicht schwach.
Es ist ehrlich.
Die Rolle der Trainer:innen – emotionale Sicherheit schaffen
Trainer:innen haben im inklusiven Fußball eine Schlüsselrolle.
Nicht als Antreiber, sondern als emotionale Anker.
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Resilienzförderndes Trainerverhalten bedeutet:
- klare, ruhige Kommunikation
- berechenbare Reaktionen
- keine Bloßstellung bei Fehlern
- Lob für Mut, nicht nur für Erfolg
- Schutz vor Überforderung
Kinder lernen Resilienz nicht durch Worte – sondern durch Verhalten.
Die Rolle der Eltern – Vertrauen statt Druck
Eltern möchten ihr Kind schützen.
Manchmal entsteht daraus unbeabsichtigt Druck.
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Resilienz wächst, wenn Eltern:
- ihrem Kind zutrauen, eigene Erfahrungen zu machen
- nicht jedes Problem sofort lösen
- Niederlagen nicht dramatisieren
- Trainer:innen als Partner sehen, nicht als Gegner
Kinder spüren sehr genau, ob Erwachsene ihnen zutrauen, mit Situationen umzugehen.
Wie Resilienz im Team entsteht
Teams sind ein zentraler Lernraum für Resilienz.
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Hier erleben Kinder und Jugendliche:
- Zugehörigkeit
- Konflikte
- Unterstützung
- Verantwortung füreinander
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Resilienz entsteht, wenn im Team:
- Fehler normalisiert werden
- niemand ausgelacht wird
- Erfolg geteilt wird
- Schwächere geschützt werden
- Stärkere lernen, sich zurückzunehmen
Das Team wird zum sicheren Ort – nicht zur Bewertungsskala.
Unsere Praxiserfahrung
Wir erleben immer wieder:
Kinder, die anfangs kaum teilnehmen, blühen auf.
Jugendliche, die frustriert sind, finden Halt.
Spieler:innen, die sich zurückziehen wollten, bleiben.
Nicht, weil sie besser geworden sind.
Sondern weil sie sicherer geworden sind.
Unser Fazit
Resilienz bei Kindern und Jugendlichen im inklusiven Fußball entsteht nicht durch Siege.
Sie entsteht durch Vertrauen, Geduld und klare Haltung.
Wer jungen Menschen erlaubt, sich zu zeigen – mit allem, was sie mitbringen – legt den Grundstein für Selbstvertrauen, Gemeinschaft und echte Teilhabe.
Noch Fragen aus der Praxis?
Viele Herausforderungen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Checklisten lösen. Oft geht es um Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, Verantwortung zu übernehmen.
Wenn du als Trainer/in, Spieler/in, Elternteil oder Verein vor einer konkreten Situation stehst – im Training, bei Turnieren oder im Umgang mit einzelnen Spieler/innen – melde dich gerne bei uns.
Wir teilen unsere Erfahrungen aus dem inklusiven Fußball ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.