Ein unbequemer Blick auf gut gemeinte Projekte
Dieser Beitrag richtet sich an alle, die Inklusion ernst meinen, aber merken: Zwischen Anspruch und Realität klafft oft eine große Lücke.
Gute Absicht ist der Anfang – aber nicht das Ziel
„Wir meinen es doch gut“ ist einer der meistgehörten Sätze im inklusiven Kontext. Leider schützt gute Absicht weder vor Ausgrenzung noch vor Fehlentscheidungen.
Inklusion misst sich nicht an der Motivation, sondern an der Wirkung.
Wenn Teilnahme mit Teilhabe verwechselt wird
Viele Projekte ermöglichen Teilnahme, aber keine echte Teilhabe:
- Spieler sind dabei, aber nicht eingebunden
- sie stehen auf dem Feld, haben aber keinen Einfluss
- sie sind „mitgemeint“, aber nicht mitgedacht
Echte Inklusion bedeutet, Spielräume zu schaffen, nicht nur Plätze zu vergeben.
Machtgefälle im inklusiven Sport
Ein oft unterschätzter Punkt:
Trainer, Helferspieler, Funktionäre haben Macht – auch unbewusst.
- Gute Absicht verhindert nicht:
- Bevormundung
- Überforderung
- falsche Schonung
- oder überhöhte Erwartungen
Hier braucht es professionelle Selbstreflexion.
Warum Leistungsdruck alles verschärft
Gute Absicht kollidiert besonders dann mit der Realität, wenn Erfolg wichtiger wird als Teilhabe. Spätestens bei Turnieren zeigt sich, ob Haltung trägt.
Deshalb ist die Auseinandersetzung mit Inklusion ohne Leistungsdruck kein theoretisches Thema, sondern gelebte Praxis.
Fazit
Inklusion beginnt nicht im Herzen, sondern im Handeln.
Gute Absicht ist wertvoll – aber erst Struktur, Haltung und Reflexion machen daraus ein inklusives Angebot.
Gerade im Inklusionsfußball mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen entscheidet nicht das Wollen, sondern das Können.