Warum gute Projekte oft an Kleinigkeiten scheitern
Dieser Beitrag richtet sich an Vereine, Trainerinnen, Initiativen und Kommunen, die inklusive Sportangebote aufbauen möchten oder bereits gestartet sind – und sich fragen, warum es trotz guter Absicht nicht rund läuft.
Fehler 1: Inklusion wird „mitgedacht“, aber nicht geplant
Einer der häufigsten Fehler ist die Annahme, Inklusion entstehe automatisch, wenn man „alle mitmachen lässt“. In der Praxis zeigt sich jedoch schnell:
Ohne klare Struktur, ohne Regeln und ohne Haltung entsteht kein inklusives Angebot, sondern Unsicherheit – für Trainer, Spieler und Eltern.
Inklusion braucht Planung, nicht Spontanität.
Fehler 2: Zu viel Leistungsdenken – oder gar keins
Viele Angebote scheitern an einem falschen Umgang mit Leistung:
- Entweder wird zu leistungsorientiert trainiert, was schwächere Spieler ausschließt
- oder Leistung wird komplett tabuisiert, was stärkeren Spielern Frust bereitet
Inklusion bedeutet nicht Leistungsfreiheit, sondern Leistungsvielfalt.
Genau hier liegt die Schnittstelle zu Formaten wie Inklusion ohne Leistungsdruck, bei denen Leistung existiert, aber nicht dominiert.
Fehler 3: Helferspieler ohne klare Rolle
Spieler ohne Handicap können inklusives Spiel stabilisieren oder zerstören.
Fehlerhaft wird es, wenn:
- sie Spiele allein entscheiden
- taktisch dominieren
- oder unreflektiert eingesetzt werden
Helferspieler brauchen klare Aufgaben, Grenzen und Verantwortungsbewusstsein – sonst kippt das Gleichgewicht.
Fehler 4: Eltern nicht einbinden – oder falsch einbinden
Eltern sind im inklusiven Sport keine Randfiguren.
-
Typische Fehler:
- Eltern werden komplett außen vor gelassen
- oder sie übernehmen faktisch Trainerrollen
Beides schadet. Inklusion funktioniert nur, wenn Eltern als Partner verstanden werden – mit klaren Rollen und Regeln.
Fehler 5: Keine ehrliche Reflexion
Inklusion ist kein Imageprojekt. Wer nicht regelmäßig hinterfragt:
- Wen erreichen wir wirklich?
- Wer kommt nicht (mehr)?
- Warum?
… wird früher oder später scheitern.
Fazit
Die meisten inklusiven Sportangebote scheitern nicht an mangelndem Engagement, sondern an fehlender Struktur, unklarer Haltung und falschen Erwartungen.
Gerade im Inklusionsfußball mit Mehrfachbehinderungen zeigt sich, wie wichtig klare Rahmenbedingungen sind, um echte Teilhabe zu ermöglichen.