
Vom 6. bis 8. Februar waren wir auf Einladung der DFB-Stiftungen zu Gast am DFB-Campus in Frankfurt. Marcel Grabow durfte die Ibbenbürener Kickers beim ersten Trainerkongress Inklusionsfußball des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vertreten – und schon bei der Ankunft war klar: Dieses Wochenende würde besonders werden.

Ein Wiedersehen in der Inklusionswelt
Noch bevor das offizielle Programm begann, standen wir mitten in Umarmungen, Gesprächen und ehrlicher Wiedersehensfreude. Trainerinnen und Trainer aus ganz Deutschland – viele davon kennen wir seit Jahren von Turnieren und gemeinsamen Projekten.
In der ersten Stunde kamen wir gefühlt keine drei Meter voran. Und genau das war gut so.
Dieser Trainerkongress Inklusionsfußball war von Beginn an mehr als eine Fortbildung. Er war ein Treffen von Menschen, die alle für die gleiche Sache brennen: Inklusion im Fußball.

Austausch über Trainingsformen und Turniermodelle
Im Barcamp wurde offen diskutiert. Trainingsideen im Inklusionsfußball, rechtliche Fragen, Kinder- und Jugendschutz sowie unterschiedliche Turnierformate in den Bundesländern – alles kam auf den Tisch.
Besonders intensiv war die Frage nach einheitlichen Regelungen. Warum gibt es nicht „die eine Liga“? Warum so viele verschiedene Modelle?
Am Ende wurde deutlich: Inklusion braucht im Moment noch diese Vielfalt. Jede Region hat andere Voraussetzungen. Und genau diese Offenheit ermöglicht Entwicklung.
Viele Gespräche bestätigten unseren Weg bei den Ibbenbürener Kickers – gleichzeitig haben wir neue Gedanken mitgenommen, die wir nun weiterentwickeln.

Sportpraxis am DFB-Campus
In der großen Halle des DFB-Campus Frankfurt ging es in die Praxis.
Blindenfußball, Amputiertenfußball und Rollatorfußball standen auf dem Programm – und wir durften selbst erfahren, was das bedeutet.
Spätestens beim Laufen mit Gehstützen wurde klar, wie viel Kraft und Koordination im Amputiertenfußball steckt. Beim Rollatorfußball merkte man schnell, wie entscheidend der Untergrund ist. Kunstrasen funktioniert – ein nasser Rasenplatz kann zur echten Herausforderung werden.
Solche Erfahrungen verändern den Blick auf das eigene Training.

Sicherheit im Blindenfußball
Ein Vortrag zur Sportmedizin im Blindenfußball machte deutlich, wie wichtig Details sind.
Saubere Banden ohne scharfe Kanten. Klare Kommunikation mit dem „Voy“-Ruf. Aufmerksamkeit bei Zweikämpfen und möglichen Kopfkontakten.
Das sind keine Kleinigkeiten – das sind Grundlagen für sicheres Training. Für unser eigenes Praxiswissen im Inklusionsfußball nehmen wir hier wichtige Hinweise mit.

Trainingsphilosophie Deutschland mit Hannes Wolf
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Trainingsphilosophie Deutschland.
Hannes Wolf nahm sich viel Zeit, seine Ideen so zu erklären, dass wir sie direkt in unsere Trainingsarbeit übertragen können. Es ging nicht um komplizierte Abläufe. Es ging um:
- viele Ballkontakte
- schnelle Entscheidungen
- Spielfreude
- Beteiligung aller Spielerinnen und Spieler
Man merkte deutlich, wie wichtig es ihm ist, möglichst alle mitzunehmen – unabhängig vom Leistungsstand. Er erklärte Hintergründe, stellte Fragen, hörte zu und war sich auch nicht zu schade, selbst mitzuspielen.

„Man hat gespürt, wie viel Mühe er sich gegeben hat, seine Ideen so herunterzubrechen, dass wir als Inklusionstrainer konkrete Ansätze mitnehmen können“, sagt Marcel Grabow. „Das war kein Vortrag von oben – das war gemeinsames Arbeiten auf Augenhöhe.“
In Arbeitsgruppen entwickelten wir eigene Varianten für den Inklusionsfußball und setzten diese direkt draußen auf dem Platz um. Viele dieser Trainingsideen werden wir in den kommenden Wochen bei den Ibbenbürener Kickers weiterführen.
Einige Elemente konnten wir sogar bereits bei unserem Karnevalstraining am vergangenen Wochenende ausprobieren.

Netzwerk, Begegnungen und neue Freundschaften
Neben allen fachlichen Inhalten waren es vor allem die Begegnungen, die dieses Wochenende geprägt haben. Gespräche mit Trainerinnen und Trainern aus Düsseldorf, Berlin, Duisburg und Darmstadt haben unser Netzwerk weiter gestärkt.
Auch in der „dritten Halbzeit“ wurde deutlich, wie wichtig der persönliche Austausch ist. Dort entstehen oft die Verbindungen, die bleiben – und manchmal auch Freundschaften.
„Ich bin stolz, Teil dieser Inklusionswelt zu sein. Man spürt hier, wie viel Herzblut und Überzeugung in diesem Bereich steckt“, fasst Marcel Grabow die Tage am DFB-Campus Frankfurt zusammen.
Der erste Trainerkongress Inklusionsfußball war für uns ein starkes Zeichen: Wir sind viele. Wir arbeiten mit Leidenschaft. Und wir lernen voneinander.

Ein herzliches Dankeschön an die DFB-Stiftungen für die Einladung und die Organisation dieser besonderen Veranstaltung.
Wir kommen gerne wieder.