Kurz & knapp
- Die Ibbenbürener Kickers haben ein eigenes inklusives Kinderschutzkonzept entwickelt.
- Das Konzept entstand über rund ein Jahr gemeinsam mit der Kindernothilfe und dem FLVW.
- Es berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse und Schutzanforderungen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im inklusiven Fußball.
- Die Kindernothilfe besuchte unser Training und arbeitete gemeinsam mit unseren Kindern zu persönlichen Grenzen, Beteiligung und sicherem Miteinander.
- Das fertige Konzept enthält konkrete Regeln für den Trainings- und Vereinsalltag und wird regelmäßig weiterentwickelt.
Ein Jahr Arbeit, viele Gespräche und ein genauer Blick auf unseren Trainingsalltag: Gemeinsam mit der Kindernothilfe und dem FLVW haben wir ein eigenes inklusives Kinderschutzkonzept entwickelt. Es geht um mehr als allgemeine Regeln. Es geht darum, was Kinder mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen brauchen, damit sie sich bei uns sicher fühlen.
Unser inklusives Kinderschutzkonzept ist fertig
Kinderschutz ist in jedem Sportverein wichtig.
Im inklusiven Fußball gibt es aber besondere Anforderungen.
Bei den Ibbenbürener Kickers spielen Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam. Sie haben unterschiedliche Entwicklungsstände, Kommunikationsformen und Unterstützungsbedarfe. Auch Nähe und Distanz können unterschiedlich wahrgenommen werden.
Deshalb wollten wir kein allgemeines Konzept übernehmen.
Wir wollten ein Kinderschutzkonzept, das zu unseren Kindern und zu unserem Fußball passt.
Ein Jahr gemeinsame Arbeit
Im Sommer 2025 haben wir gemeinsam mit der Kindernothilfe und dem Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) mit der Arbeit begonnen.
In mehreren Workshops haben wir unseren Trainingsalltag betrachtet, Erfahrungen eingebracht und Regeln entwickelt. Dabei ging es immer wieder um die Frage:
Was brauchen unsere Kinder, damit sie bei uns sicher sind?
So entstand Schritt für Schritt unser eigenes inklusives Kinderschutzkonzept.
Die Kindernothilfe war bei unserem Training
Ein wichtiger Teil der Arbeit war der Besuch der Kindernothilfe bei unserem Training.
Die Mitarbeiterinnen wollten unsere Mannschaft nicht nur aus Gesprächen und Unterlagen kennenlernen. Sie wollten sehen, wie unser Training wirklich abläuft und wie wir miteinander umgehen.
Dafür hatten sie verschiedene Spiele und Übungen vorbereitet und arbeiteten direkt mit unseren Kindern.
Dabei ging es unter anderem um persönliche Grenzen und die Frage:
Wo und wie möchte ich berührt werden – und wo möchte ich nicht berührt werden?
Das ist beim inklusiven Fußball besonders wichtig.
Ein Kind kann stürzen und Hilfe beim Aufstehen brauchen. Ein Spieler kann verletzt auf dem Boden liegen. Ein Kind kann sich nach einer schwierigen Situation zurückziehen und Unterstützung brauchen.
Trainer müssen dann helfen können. Gleichzeitig müssen sie die persönlichen Grenzen der Kinder kennen und respektieren.
Genau solche Situationen aus unserem Trainingsalltag sind in unser Konzept eingeflossen.
Ein Schutzkonzept für den inklusiven Fußball
Ein Kinderschutzkonzept für eine inklusive Mannschaft muss deshalb andere Situationen berücksichtigen als ein Konzept für eine klassische Sportmannschaft.
Bei uns geht es nicht nur darum, dass alle mitspielen können.
Wir müssen auch berücksichtigen, dass manche Kinder mehr Unterstützung brauchen, anders kommunizieren oder Situationen anders wahrnehmen. Das kann auch den Schutz vor Grenzverletzungen betreffen. Unser Konzept berücksichtigt diese besonderen Voraussetzungen.
Aus unseren Erfahrungen wurden konkrete Regeln.
Sie betreffen unter anderem Nähe und Distanz, körperliche Unterstützung, Umkleiden, Kommunikation, digitale Medien, Fotos und Videos sowie Fahrten und Turniere.
Dazu gehört auch eine Verhaltensampel. Sie gibt im Alltag Orientierung und zeigt, welches Verhalten in Ordnung ist und wo Grenzen überschritten werden.
Auch für Situationen, in denen etwas nicht in Ordnung ist oder ein Verdacht entsteht, gibt es einen klaren Ablauf.
Diese Regeln gelten für alle.
Wir machen unser Konzept öffentlich
Nach rund einem Jahr Arbeit ist unser inklusives Kinderschutzkonzept der Ibbenbürener Kickers fertig.
Wir freuen uns, dass wir diesen Weg gemeinsam mit der Kindernothilfe und dem FLVW gehen konnten.
Und wir möchten zeigen, was dabei entstanden ist.
Unser vollständiges Kinderschutzkonzept stellen wir deshalb öffentlich zur Verfügung.
→ Kinderschutzkonzept der Ibbenbürener Kickers als PDF
Unser Kinderschutzkonzept zum Lesen
Das Konzept darf gelesen und weiterverlinkt werden. Eine Übernahme von Texten, Strukturen oder Inhalten ist ohne Zustimmung der Ibbenbürener Kickers nicht gestattet.
Das Konzept wird regelmäßig überprüft und weiterentwickelt. Auch die Kinder und Jugendlichen sollen dabei weiterhin einbezogen werden.
Eine eigene Seite zum Thema Kinderschutz folgt.
Denn Inklusion bedeutet für uns: Alle dürfen dabei sein. Und alle sollen sich dabei sicher fühlen.