
Vor einigen Wochen entdeckte Marcel Grabow zufällig die Ausschreibung der DFB-Stiftungen zum bundesweiten Ehrenamtswochenende in Berlin. Ohne große Erwartungen bewarb er sich spontan – und erhielt Anfang letzter Woche überraschend die Zusage: Als eine von nur 30 ausgewählten Personen aus ganz Deutschland durfte er an diesem besonderen Wochenende teilnehmen.

Am Freitag machte sich Marcel auf den Weg Richtung Hauptstadt. Statt sich durch den dichten Verkehr auf der Autobahn zu kämpfen, führte ihn die Reise größtenteils entspannt über Landstraßen von Wolfsburg bis Berlin. Wenig Verkehr, angenehmes Wetter und die Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende sorgten bereits für einen gelungenen Start.

Im Hotel angekommen, wartete direkt das erste Wiedersehen. Mit Dominik aus München, den wir Ibbenbürener Kickers seit Jahren durch die enge Freundschaft zum TSV 1860 München kennen, traf Marcel einen alten Bekannten wieder. Da sich beide bereits seit zwei Jahren nicht mehr gesehen hatten, war die Freude entsprechend groß.
Schon kurz nach dem Einchecken im Hotel wurde deutlich, wie besonders die Zusammensetzung der Gruppe war. Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen kamen in Berlin zusammen. Viele engagierten sich im Bereich Inklusion, andere im gesellschaftlichen oder politischen Ehrenamt, einige wiederum klassisch im Vereinswesen. Schnell entstand ein offener und herzlicher Austausch untereinander.

Am Freitagabend stand zunächst ein Workshop zum Thema Resilienz auf dem Programm. Eine Psychiaterin von Hertha BSC vermittelte das Thema auf sehr interessante und praxisnahe Weise. Besonders bemerkenswert war dabei die Offenheit innerhalb der Gruppe. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer suchten bewusst den Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und Motivation im Ehrenamt. Beim anschließenden gemeinsamen Barbecue ließ man den Abend in entspannter Atmosphäre ausklingen.

Der Samstag begann mit der Begrüßung durch Tobias Wrzesinski, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf das weitere Programm einstimmte. Nach Informationen rund um die verschiedenen DFB-Stiftungen folgte eines der großen Highlights des Wochenendes: die Gesprächsrunde mit der Pressesprecherin der deutschen Nationalmannschaft Franziska Wülle und DFB-Sportdirektor Rudi Völler.

Als Rudi Völler den Raum betrat, wurde es plötzlich ganz still. Man spürte sofort die besondere Atmosphäre und die große Wertschätzung aller Anwesenden. Gleichzeitig bestätigte sich schnell das Bild, das viele von ihm haben: bodenständig, sympathisch und offen. Er beantwortete jede Frage ausführlich und nahm sich Zeit für persönliche Gespräche mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Auch für gemeinsame Fotos blieb ausreichend Zeit, bevor es für ihn weiter Richtung Olympiastadion ging.

Am Nachmittag machten sich schließlich auch wir Ehrenamtlichen gemeinsam mit Bus und Bahn auf den Weg zum DFB-Pokalfinale ins Olympiastadion Berlin. Bereits während der Fahrt stieg die Vorfreude spürbar an, denn allen war bewusst, dass nun der absolute Höhepunkt des Wochenendes bevorstand.

Im Olympiastadion angekommen, wurden zunächst Erinnerungsfotos gemacht, ehe die Spannung auf die Plätze immer größer wurde. Die Überraschung war perfekt: Unsere Gruppe saß direkt an der Mittellinie und außergewöhnlich nah am Spielfeld – beste Voraussetzungen für ein unvergessliches Fußballerlebnis.

Mit jeder Minute füllte sich das Stadion weiter. Die Atmosphäre wurde immer intensiver. Beide Fanlager sorgten mit lautstarken Gesängen und beeindruckenden Choreografien für echte Pokalfinal-Stimmung. Gerade von den Plätzen mitten im Stadion aus war das Zusammenspiel beider Kurven besonders beeindruckend zu erleben.

Dann folgte endlich der Anpfiff zum 53. DFB-Pokalfinale zwischen Bayern München und dem VfB Stuttgart. Während Stuttgart zunächst gut ins Spiel fand, übernahmen die Bayern im Laufe der zweiten Halbzeit zunehmend die Kontrolle. Das Führungstor durch Harry Kane kam daher nicht überraschend. Mit dem zweiten Treffer und einem weiteren Tor per Elfmeter (ebenfalls durch Harry Kane) machten die Münchner schließlich alles klar.

Nach dem Schlusspfiff feierten die Bayern-Fans ausgelassen den Pokalsieg, während die Anhänger des VfB Stuttgart ihre Mannschaft trotz der Niederlage für eine starke Saison würdigten. Die laut umjubelte Pokalübergabe sowie die anschließende Ehrenrunde der Bayern-Spieler sorgten für weitere emotionale Momente in einem ohnehin besonderen Fußballabend.

Am Sonntag erhielten schließlich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ehrenamtsurkunden, bevor es wieder zurück Richtung Heimat ging.

Für Marcel Grabow bleibt das Wochenende in Berlin ein ganz besonderes Erlebnis. Die Begegnungen mit engagierten Menschen aus ganz Deutschland, der offene Austausch untereinander, die Gesprächsrunde mit Rudi Völler und das Pokalfinale im Olympiastadion werden sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben.
Ein großer Dank gilt den DFB-Stiftungen und allen Verantwortlichen, die dieses außergewöhnliche Ehrenamtswochenende ermöglicht haben.