Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen ist kein Sonderformat und kein Spezialangebot. Er beginnt dort, wo sehr unterschiedliche Menschen gemeinsam auf dem Platz stehen – mit verschiedenen körperlichen, kognitiven und sozialen Voraussetzungen.
Diese Seite zeigt, wie Fußball in solchen Gruppen gelingen kann, ohne Leistungsdruck, ohne starre Kategorien und ohne den Versuch, Unterschiede auszugleichen. Im Mittelpunkt stehen Teilhabe, Sicherheit und gemeinsames Erleben.
Die Inhalte basieren auf praktischen Erfahrungen aus der inklusiven Vereinsarbeit und richten sich an Vereine, Trainer:innen, Angehörige und Interessierte, die mit gemischten Gruppen arbeiten oder arbeiten möchten.
Alle spielen zusammen. Unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Einschränkungen – aber ein gemeinsames Spiel. Fairness ist wichtiger als Gewinnen.
Menschen mit Mehrfachbehinderungen bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit:
Diese Vielfalt lässt sich nicht sinnvoll in Leistungsgruppen oder klassische Spielsysteme einteilen. Genau deshalb braucht es einen Ansatz, der vom Menschen ausgeht – nicht vom Konzept.
Klassische Turnier- oder Ligamodelle orientieren sich an Vergleichbarkeit, Leistung und Ergebnissen. Bei sehr heterogenen Gruppen führen diese Maßstäbe häufig zu:
Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen setzt deshalb bewusst andere Schwerpunkte:
Damit gemeinsames Spiel möglich wird, braucht es klare, aber flexible Strukturen. Bewährt haben sich:
Eine wichtige Rolle übernehmen dabei Helferspieler:innen. Sie unterstützen andere Spieler:innen im Spiel, geben Orientierung und Stabilität – ohne zu dominieren oder das Spiel an sich zu ziehen. Ihre Aufgabe ist es, Teilhabe zu ermöglichen, nicht Leistung zu steuern.
In der Praxis haben sich Spielformen bewährt, die bewusst auf Ausgleich und Beteiligung achten, ohne einzelne Spieler:innen auszugrenzen. Dazu gehören unter anderem:
Diese Spielmodelle schaffen Balance, ohne Leistung zu bewerten oder Unterschiede zu nivellieren. Sie ermöglichen Teilhabe, ohne den Charakter des Spiels zu verlieren.
Sicherheit ist im inklusiven Fußball mit Mehrfachbehinderungen kein Nebenaspekt, sondern Grundvoraussetzung. Sie entsteht durch:
Vertrauen wächst dort, wo sich Spieler:innen ernst genommen fühlen und erleben, dass ihre Grenzen respektiert werden.
Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen eignet sich besonders für:
Quelle: DFB.de - Ibbenbürener Kickers - Mehr Inklusion geht nicht, 2021 (Zum Artikel)
Die folgenden Antworten beruhen auf unseren praktischen Erfahrungen aus der inklusiven Fußballarbeit.
Menschen mit sehr unterschiedlichen körperlichen und kognitiven Voraussetzungen spielen gemeinsam Fußball – angepasst an ihre Möglichkeiten.
Ja. Sicherheit entsteht durch klare Regeln, angepasste Spielformen und aufmerksame Begleitung.
In der Regel nicht. Der Fokus liegt auf gemeinsamer Erfahrung, nicht auf Ergebnissen.
Sie unterstützen andere Spieler:innen, geben Orientierung und helfen, das Spiel für alle zugänglich zu machen.
Ja. Entscheidend sind Offenheit, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Nein. Leistung darf entstehen, steht aber nie über Teilhabe. Tore, Erfolge und Fortschritte werden geteilt – nicht verglichen.
Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen zeigt besonders deutlich, worum es im Kern geht: um Menschen, Gemeinschaft und das gemeinsame Spiel. Nicht Perfektion, nicht Vergleichbarkeit und nicht Leistung entscheiden über den Erfolg – sondern Haltung, Aufmerksamkeit und Vertrauen.
Viele Situationen im inklusiven Fußball lassen sich nicht mit Regeln oder Konzepten lösen. Oft braucht es Erfahrung, Fingerspitzengefühl und den Mut, neue Wege zu gehen.
Wenn ihr vor konkreten Fragen steht, meldet euch gerne bei uns. Wir teilen unsere Erfahrungen aus der inklusiven Vereinsarbeit ehrlich, praxisnah und ohne belehrenden Zeigefinger.