Inklusion im Fußball bei Mehrfachbehinderungen bedeutet:
👉 sehr unterschiedliche Menschen spielen gemeinsam.
Diese Vielfalt lässt sich nicht sortieren – sie muss gestaltet werden. Genau hier zeigt sich, dass Inklusionsfußball immer bei den Menschen beginnt, die tatsächlich auf dem Platz stehen.
Nicht Vergleichbarkeit. Nicht Leistung.
Inklusion beginnt dort, wo Vielfalt zusammenkommt.
Vielfalt wirkt oft komplex.
👉 In der Praxis entsteht daraus gemeinsames Spiel.
Alle spielen zusammen. Unterschiedliche Stärken, unterschiedliche Einschränkungen – aber ein gemeinsames Spiel. Fairness ist wichtiger als Gewinnen.
Wie funktioniert Fußball mit Mehrfachbehinderungen?
Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen spielen gemeinsam.
Das Spiel wird angepasst – nicht der Mensch.
Menschen mit Mehrfachbehinderungen bringen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mit:
Diese Unterschiede führen in der Praxis oft zu Unsicherheit – besonders dann, wenn versucht wird, klassische Strukturen zu übernehmen. Genau hier zeigt sich, warum inklusive Angebote nicht nach festen Mustern geplant werden können.
Diese Vielfalt lässt sich nicht sinnvoll in Leistungsgruppen oder klassische Spielsysteme einteilen. Genau deshalb braucht es einen Ansatz, der vom Menschen ausgeht – nicht vom Konzept.
In solchen Gruppen zeigt sich besonders deutlich, warum Inklusion im Fußball mehr ist als ein Konzept.
Klassische Turnier- oder Ligamodelle orientieren sich an Vergleichbarkeit, Leistung und Ergebnissen. Bei sehr heterogenen Gruppen führen diese Maßstäbe häufig zu:
Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen setzt deshalb bewusst andere Schwerpunkte:
Viele dieser Probleme entstehen nicht durch mangelnden Einsatz, sondern durch falsche Erwartungen an das System – ein typischer Fehler, der zeigt, warum inklusive Sportangebote oft an ungeeigneten Strukturen scheitern.
Damit gemeinsames Spiel möglich wird, braucht es klare, aber flexible Strukturen. Bewährt haben sich:
Eine wichtige Rolle übernehmen dabei Tandem- und Helferspieler:innen. Sie unterstützen andere Spieler:innen im Spiel, geben Orientierung und Stabilität – ohne zu dominieren oder das Spiel an sich zu ziehen. Ihre Aufgabe ist es, Teilhabe zu ermöglichen, nicht Leistung zu steuern.
Damit diese Rollen funktionieren, braucht es klare Führung im Hintergrund – besonders dann, wenn unterschiedliche Bedürfnisse aufeinandertreffen und Entscheidungen getroffen werden müssen. Genau hier zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Trainer aktiv steuern und nicht passiv bleiben.
In der Praxis haben sich Spielformen bewährt, die bewusst auf Ausgleich und Beteiligung achten, ohne einzelne Spieler:innen auszugrenzen. Dazu gehören unter anderem:
Diese Spielmodelle schaffen Balance, ohne Leistung zu bewerten oder Unterschiede zu nivellieren. Sie ermöglichen Teilhabe, ohne den Charakter des Spiels zu verlieren.
Diese Spielformen entstehen nicht zufällig, sondern aus Erfahrung – häufig auch aus Situationen, in denen etwas nicht funktioniert hat. Genau daraus entwickelt sich ein Ansatz, der zeigt, wie wichtig es ist, Fehler zu erkennen und Strukturen bewusst anzupassen.
Sicherheit ist im inklusiven Fußball mit Mehrfachbehinderungen kein Nebenaspekt, sondern Grundvoraussetzung. Sie entsteht durch:
Vertrauen wächst dort, wo sich Spieler:innen ernst genommen fühlen und erleben, dass ihre Grenzen respektiert werden.
Sicherheit entsteht nicht nur durch Regeln, sondern durch Aufmerksamkeit im Training – besonders dann, wenn Situationen unübersichtlich werden. Genau hier zeigt sich, warum klare Kommunikation und aktives Eingreifen entscheidend sind.
Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen eignet sich besonders für:
Bei uns in Ibbenbüren trainieren regelmäßig Spieler:innen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam auf dem Platz. Gerade in diesen gemischten Gruppen zeigt sich, dass klare Strukturen und einfache Spielformen entscheidend sind, damit alle beteiligt bleiben.
Inklusionsfußball bei Mehrfachbehinderungen funktioniert dann, wenn sich das Spiel an die Menschen anpasst – nicht die Menschen an das Spiel.
Was oft falsch gemacht wird
Unterschiede werden ausgeglichen statt berücksichtigt.
➔ Inklusion funktioniert nicht durch Gleichheit – sondern durch passende Rollen und Unterstützung.
Ein Spieler sitzt im Rollstuhl.
Ein anderer ist motorisch unsicher.
Ein dritter versteht Abläufe langsamer.
Im klassischen Fußball:
würde das nicht funktionieren.
Das Ergebnis:
👉 alle sind beteiligt
Nicht perfekt.
Aber gemeinsam.
Training muss sich hier vollständig an den Menschen orientieren.
👉 Inklusion entsteht nicht durch „laufen lassen“, sondern durch bewusstes Gestalten.
Quelle: DFB.de - Ibbenbürener Kickers - Mehr Inklusion geht nicht, 2021 (Zum Artikel)
Die folgenden Antworten beruhen auf unseren praktischen Erfahrungen aus der inklusiven Fußballarbeit.
Menschen mit sehr unterschiedlichen körperlichen und kognitiven Voraussetzungen spielen gemeinsam Fußball – angepasst an ihre Möglichkeiten.
Ja. Sicherheit entsteht durch klare Regeln, angepasste Spielformen und aufmerksame Begleitung.
In der Regel nicht. Der Fokus liegt auf gemeinsamer Erfahrung, nicht auf Ergebnissen.
Sie unterstützen andere Spieler:innen, geben Orientierung und helfen, das Spiel für alle zugänglich zu machen.
Ja. Entscheidend sind Offenheit, Lernbereitschaft und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Inklusiver Fußball bei Mehrfachbehinderungen zeigt besonders deutlich, worum es im Kern geht: um Menschen, Gemeinschaft und das gemeinsame Spiel.
Nicht Perfektion, nicht Vergleichbarkeit und nicht Leistung entscheiden über den Erfolg – sondern Haltung, Aufmerksamkeit und Vertrauen.
Wir helfen euch konkret:
bei der Einschätzung
bei ersten Strukturen
bei typischen Problemen im Alltag
Wenn ihr mit sehr heterogenen Gruppen arbeitet oder starten wollt:
👉 meldet euch direkt bei uns
👉 Jetzt Kontakt aufnehmen
Gerade bei sehr unterschiedlichen Voraussetzungen zeigt sich, wie wichtig Struktur und Rollen sind. Viele Lösungen entstehen direkt im Spiel.
Mehr dazu hier:
👉 welche Rolle Helferspieler übernehmen
👉 welche Handicaps im Fußball vorkommen
Der sinnvollste Einstieg ist:
👉 klein anfangen und gemeinsam Erfahrungen sammeln